Hanseatenweg → Halle 1

14.3.2020
14 Uhr

Der Experimentator Anton Reicha


„Der Geist, eingeschränckt durch wenige Mittel, sucht Auswege (und findet sie) auf welche er vielleicht nie verfallen wäre; und so erreicht er seinen Zweck. [...] dass uns manches beim ersten Anblick unmöglich scheint, dem wir endlich doch durch anhaltendes Forschen Realität geben können.“

Diese zwei Bemerkungen finden sich in Anton Reichas Textband zu den Practischen Beispielen, philosophisch-theoretischen Anmerkungen von 1799 – 1802, die sich konkret auf Kompositionen beziehen. Sie könnten ein Motto für Reichas Labor sein, seinem als Forschung angelegten Dialog zwischen Musik und utopischen Gedanken. Reicha entwickelte musikalische Visionen, die erst Jahrhunderte später eingelöst werden: Atonalität, komplexe Metrik und Vieles mehr. Dass Reicha und Beethoven eng miteinander bekannt waren, könnte einen erfrischenden neuen Blick auf Beethoven ermöglichen. Reichas Musik als klingende Forschung ist Teil des Gesprächs.