Pariser Platz → Black Box

FR 13.3.
20 Uhr

Aus dem Labor: Der offene Raum

Konzert

 

Anda Kryeziu: NYJA (2020) UA für Ensemble Adapter und Piano
Eleni Ralli: 4 Small Pieces at One Tone (2014) DEA für zwei Saxophone
Adrian Nagel: Stillleben [Kontrabass] (2020) UA für Kontrabass und Elektronik
Manolis Ekmektsoglou: In Love… (2020) UA für Ensemble Adapter und Sopran

Bereits 2019 hat das Labor Beethoven die neue Black Box im Keller der Akademie am Pariser Platz bespielt. Es ist kein Konzertsaal im üblichen Sinne, der hinter den aufgeführten Werken zurücktritt. Der Raum ist sehr präsent, sowohl in seiner optischen Erscheinung als auch akustisch. Klänge können in eine hohe Betonarchitektur geschickt werden; Balust- raden und Zwischendecken ermöglichen es, komplexe Raumkonzepte umzusetzen.

Für das Konzert hat Eleni Ralli ihre 4 Small Pieces at One Tone für ein Saxophon-Duo umgeschrieben. Das auskomponierte Schillern des einzelnen Tons steht im Zentrum: Der einzelne Ton entfaltet sich in vielfältigen Klangmöglichkeiten, so dass ein Dialog zwischen den zwei Instrumenten entsteht, auf der Suche nach einer Balance zwischen Akzent und Synchronisation.

Während bei Ralli die Bewegung der Klänge und ihre Ausbreitung im Raum im Vordergrund steht, werden Adrian Nagels Klänge in Stillleben [Kontrabass] für Kontrabass und Elektronik voneinander isoliert und jeweils einzeln betrachtet. Klangblöcken aus Flageolett-Klängen des Live-Kontrabasses werden aufgenommene Kontrabassklänge gegenübergestellt. Im Verlauf verschiebt sich die Wahrnehmung: Zunächst werden die Ereignisse für sich selbst wahrgenommen, dann entsteht ein Bewusstsein für die kleinen Unterschiede, das sich schließlich zum Gesamteindruck eines Bildes, des „Stilllebens“, zusammenfügt. Wie in vielen anderen Werken des Komponisten ist die Wahrnehmung selbst thematisiert.

Im Gegensatz zu diesen auf Reduktion beruhenden Kompositionen setzt NYJA von Anda Kryeziu auf eine Pluralität der Eindrücke. Ein großes Ensemble wird noch durch Live-Elektronik mit Sensorsteuerung und eine 8-kanalige Spatialisierung erweitert. Dabei wird das Konzertformat weit überschritten. Offene Formen und installative Konzepte durchmischen sich mit performativen Elementen.

Ganz anders wiederum In Love… von Manolis Ekmektsoglou, ein intimes Stück: „Ja, es ist was Sie denken... vielleicht kitschig, vielleicht verträumt, umfasst dieses Werk alle meine Gefühle und emotionalen Ausbrüche während der letzten Zeit, als ich verliebt war... Wann hatte ich zuletzt jemanden sagen hören, er wäre verliebt? Ich habe keine Ahnung...“

Mit Ensemble Adapter, Uli Fussenegger (Kontrabass), Anda Kryeziu (Klavier), Noa Mick, Don-Paul Kahl (Saxophone), Chris Moy (E-Gitarre), Adrian Nagel (Elektronik), Manuel Nawri (Dirigent), Sara Gouzy (Stimme)