Hanseatenweg → Halle 1

FR 13.3.
18 Uhr

Kammermusik

Beethoven und Sakellaridis

 

Ludwig van Beethoven: Variationen für Violoncello und Klavier WoO 46 „Bei Männern, welche Liebe fühlen“

Thanos Sakellaridis: Please Enter the Underground (2019) für ein Duo aus zwei Paetzold-Flöten

Ludwig van Beethoven: Cellosonate Nr. 1 C-Dur op. 5,1

1796 schrieb Ludwig van Beethoven seine ersten Cellosonaten F-Dur op. 5/1 und g-Moll op 5/2. Er wählte für sie den Übertitel Deux Grand Sonates pour Le Clavecin ou Piano-Forte avec un Violoncelle obligé. Schon das verweist auf die besondere Beziehung zwischen den zwei Instrumenten: Nicht mehr stand wie bei Mozart noch das Klavier im Zentrum, hier war das Cello ein gleichberechtigter Partner. Der Komposition ging die Begegnung mit Jean-Louis Duport, einem der größten Cellovirtuosen seiner Zeit, voraus. Entsprechend anspruchsvoll sind beide Partien, sowohl die Cellostimme als auch der Klavierpart. Man möge sich vorstellen, zu einer der Klavier-Solostimmen aus den ersten zwei Klavierkonzerten gesellt sich ein entsprechend virtuoses Cello. Aber in diesem von jugendlicher Kraft und Frische durchdrungenen Werk ist Virtuosität bei weitem nicht alles - schon hier experimentiert Beethoven mit der Form. Es hat nur zwei Sätze von großangelegten Dimensionen (der erste Satz dauert insgesamt ca. 17 Minuten), wobei dem ersten Allegro eine weitgespannte und den Spätstil vorwegnehmende langsame Einleitung vorangestellt ist. Hier verweigert sich der Fluss der Zeit einer metrischen Einordnung vom ersten Moment an.

Im Jahr 1801 schrieb Beethoven auf ein Thema aus Mozarts Zauberflöte seine sieben Variationen für Cello und Klavier Bei Männern, welche Liebe fühlen (WoO 46). Dieses eher zarte und schlichte Werk steht – 1801 komponiert – im direkten zeitlichen Kontext der Entstehung von einigen der ganz großen Werke Beethovens, wie der Sturmsonate op 31/2, komponiert 1801/1802.

Beethoven ist ein Werk von Thanos Sakellaridis gegenübergestellt: Please Enter the Underground (2019) für ein Duo aus zwei Paetzold-Flöten. Ebenso wie Beethoven dem Violoncello erst durch zahlreiche Kompositionen für Cello und Klavier eine eigene Stimme in der Sonate um 1800 gab, wird hier ein Instrument in den Mittelpunkt gestellt, dessen Rolle in der Musikwelt noch entwickelt wird: die Paetzold Blockflöte. Erst seit einigen Jahrzehnten gibt es diese Instrumente, die nicht mehr auf einem runden, sondern auf einem rechteckigen Rohr beruhen. Diese zunächst aus Kostengründen motivierte Neuschöpfung ermöglicht zahlreiche neu zu entdeckende Klänge. In Thanos Sakellaridis‘ Werk erreichen „rhythmische und gestische Muster, die langsam einem Prozess konstanter Wiederholung unterworfen werden, am Schluss wieder ihren Ausgangszustand“.

Mit Rosalía Gómez Lasheras (Hammerklavier), Santiago Bernal Montaña (Violoncello), Max Volbers, Elisabeth Wirth (Paetzold-Flöten)